Fernsehen in Echtzeit – Slow-TV als Gemeinschaftsereignis lokaler Identität

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Thomas Hellum, NRK Hordaland / Andrea Flörke, Rennsteig TV
„Slow-TV: Stories finden in den Köpfen der Zuschauer statt“

Eine beeindruckende Präsentation von TV-Inhalten ganz anderer Art hielten heute Thomas Hellum vom norwegischen Sender NRK Hordaland und Andrea Flörke von Rennsteig TV. In anschaulichen, jedoch skurril wirkenden Beiträgen bekamen die Teilnehmer Anregungen für langsames Fernsehen, sogen. Slow-TV. Die Themen waren dabei überraschend bunt: So schauten etwa 1,2 Mio. Norweger in Teilen eine Dokumentation einer 7h-Zugfahrt oder beteiligen sich sogar aktiv an der Strecke einer 5-tägigen Schifffahrt. Außerdem findet man bei NRK Formate, wie 18 Stunden Lachsfischen, 60 Stunden Chorgesänge, 9 Stunden Stricken, 12 Stunden Ebbe und Flut sowie demnächst 6 Tage Beleitung einer Rentierherde. Für die junge Zuschauergruppe wurde sogar 12 Stunden aus einer virtuellen Minecraft-Spielewelt berichtet.

Bei Rennsteig TV liegt der Fokus eher auf der Berichterstattung mit heimatlichen Motiven, wie etwa Maisernte, Stadtportraits oder die sehr populäre Dauerwandersendung. Hierbei gehe es stets um den Mut, so Flörke, Bilder einmal stehen zu lassen, die Zuschauer aus dem Alltag zu holen, zu entschleunigen und ihnen durch Zusatzinformationen Mehrwerten zu bieten.

Hellum erklärte die Faszination an Slow-TV damit, dass die Zuschauer das Programm selbst erforschen müssen. Es sei oft langweilig, aber es könne jederzeit etwas passieren. Die Stories finden im Verlauf nicht mehr auf dem Bildschirm statt, sondern entstünden in den Köpfen der Zuschauer.