Workshop Zuschauerbindung durch Zuschauereinbindung I

Initiates file downloadPräsentation     

Matthias Heigl, Meissen Fernsehen - „Programminhalt ist der Bindungsfaktor Nummer 1 – das Produkt muss stimmen!"
Für Matthias Heigl, Chefredakteur bei Meissen Fernsehen, sind Programminhalte der Bindungsfaktor Nummer 1. Zuallererst müsse das Produkt stimmen. Es müssen Themen gesetzt, Diskussionsstoff geschaffen und Standpunkte verdeutlicht werden. Zudem müssten Sender Kontroversen begleiten, Tippgeber pflegen und durch aktive Archivarbeit auch einmal einen Blick zurück werfen. Redaktionen müssten Mut zeigen und sich gleichzeitig als Kontakt anbieten. Nur über „harte Themen“ könne ein Sender sein Profil entwickeln, Nachahmer gewinnen und ernst genommen werden. Laut Heigl muss der Anspruch lauten, in einer Liga mit den Tageszeitungen zu spielen. Lokal-TV könne dabei in der Fläche natürlich nicht in die Tiefe gehen, aber müsse Zeichen setzen. 

Auf der anderen Seite bescheinigt Heigl den Zuschauern eine Sehnsucht nach Interaktion. Die Menschen möchten sich einbringen und auch selbst im Fernsehen auftauchen. Neue Plattformen, wie Facebook, ermöglichen heute bereits viel bessere Einbindung von Kommentaren. Lokal-TV wird hier zur Projektionsfläche von Diskussionen und hat die Pflicht, diese entsprechend zu moderieren. Durch geschicktes Timing der Beiträge könne man die Betreuung auch mit einem kleinen Team realisieren. 

Durch die Integration der Zuschauermeinungen betriebe man ganz nebenbei Sendermarketing und sorge für Reichweite auf der eigenen Website, was zu Zeiten der Flutkatastrophe oder in der Flüchtlingsfrage durchaus einmal zu technischen Engpässen führen kann. 

Schließlich verdeutlichte Heigl das enorme Potential hinter der Einbindung von Zuschauern als ehrenamtliche Redakteure. So bekäme man einzigartiges Programmmaterial auch in der Breite. Der Gegenspieler hier, und dessen ist sich Heigl bewusst, ist die Relevanz: „Das, was für den Einzelnen wichtig ist, ist unter Umständen für die Allgemeinheit nicht relevant.“ Zuschauer würden bei der Zulieferung von Videos bislang auch immernoch an Technikhürden scheitern – ein Problem, was in einer Initiative jedoch gelöst werden könne.